Berlin,
18.12.2003
Energiewende auf finnisch: Mehr Kernkraft - KTG sieht deutsch-französische Kernenergie-Kompetenz bestätigt
Während das Thema Kernenergie in Deutschland derzeit in der politischen Verbannung weilt, setzen andere Länder wie Finnland sogar bevorzugt auf deutsches Know-how, um ihre Kernkraftnutzung auszubauen. So wird unter Führung der Framatome ANP, dem deutsch-französischen Gemeinschaftsunternehmen von AREVA und Siemens, das neue Kernkraftwerk im finnischen Olkiluoto gebaut. Das private Energieversorgungsunternehmen TVO (Teollisuuden Voima Oy) hat heute mit dem Konsortium Framatome ANP/Siemens den Vertrag zur Errichtung des hochmodernen Europäischen Druckwasserreaktors EPR (European Pressurized Water Reactor) mit einer Leistung von 1.600 MW (Megawatt) besiegelt.
Für die Kerntechnische Gesellschaft (KTG) spiegelt sich in der Entscheidung für Framatome ANP die exzellente nukleare Kompetenz der französischen und deutschen Kerntechniker wider. "An die deutsche Bundesregierung geht mit dem Auftrag für den EPR in Finnland ein weiteres Mal das Signal, dass die Kernenergie alles andere als ein Auslaufmodell ist", sagte der Vorsitzende der KTG, Dr. Ralf Güldner. Im Gegenteil werde die Kernenergie auf internationaler Ebene technologisch ständig weiterentwickelt und ihre Nutzung ist Bestandteil zukunftsorientierter energiepolitischer Konzepte., fügte Güldner hinzu. So befinden sich derzeit rund um den Globus 31 Kernkraftwerke in zwölf Ländern im Bau. In mehreren Staaten ist zudem die Errichtung weiterer Reaktoren geplant.
In zunehmendem Maße gewinnt in der internationalen Energieversorgung dabei das Kriterium Nachhaltigkeit an Bedeutung. Davon profitiert die Kernenergie: Bei der nuklearen Stromerzeugung entsteht kein klimaschädliches CO2. Für Finnland war dies ein sehr wichtiges Argument für den Ausbau der Kernkraft. Denn somit kann der für die Zukunft erwartete wachsende Strombedarf preisgünstig und zuverlässig befriedigt werden, ohne die Kioto-Verpflichtungen des Landes zu belasten. Die Kernenergie schont natürliche Ressourcen und die mittlerweile bei annähernd 90 Prozent liegende durchschnittliche Arbeitsverfügbarkeit der Kernkraftwerke führt zu einer weiteren Steigerung der Wirtschaftlichkeit des Energieträgers Uran. Im Vergleich dazu haben regenerative Stromerzeuger wie zum Beispiel Windkraftanlagen nur eine jährliche Arbeitsverfügbarkeit von bestenfalls 22 Prozent.
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