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Düsseldorf, 25.05.2004

Karl-Wirtz-Preis der Kerntechnischen Gesellschaft geht an Markus Nie aus Erlangen

Dipl.-Ing. Markus Nie von Framatome ANP, Erlangen, ist der diesjährige Träger des Karl-Wirtz-Preises, den die Kerntechnische Gesellschaft e.V. (KTG) anlässlich der Jahrestagung Kerntechnik am 24. Mai 2004 in Düsseldorf verliehen hat. Der gelernte Maschinenbauer erhielt den Preis im Alter von 35 Jahren für seine herausragenden Untersuchungen über die ’Kontrollierte Rückhaltung der postulierten Kernschmelze in der Reaktorgrube des Europäischen Druckwasserreaktors (EPR)’.

„Bei der Auslegung des EPR, dem weltweit ersten Kernkraftwerk der dritten Generation, wurden sicherheitstechnische Maßnahmen getroffen, die eine neue Qualität der Reaktorsicherheit eröffnen. Herr Nie hat mit seinen Arbeiten eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass die deutsche Kerntechnik auch auf eine neue Generation von Ingenieuren zählen kann, die den hohen Anforderungen beim anstehenden internationalen Ausbau der Kernkraft gewachsen sind“, so Dr. Ralf Güldner, Vorstandsvorsitzender der KTG, bei der Preisverleihung.

Im Rahmen der sicherheitstechnischen Auslegung des EPR wird selbst im höchst unwahrscheinlichen Fall eines Unfalls mit Kernschmelze dafür Sorge getragen, dass der Reaktorsicherheitsbehälter, der den nuklearen Bereich umschließt, seine Funktion weiter erfüllt. Damit werden Auswirkungen auf die Umgebung des Kraftwerks auch im Schadensfall vermieden. Die Rückhaltung der Kernschmelze in der Reaktorgrube stellt einen wichtigen Baustein für diese zusätzliche Sicherheitsfunktion im EPR dar. Der erste EPR wird 2009 in Finnland in Betrieb gehen, in der nächsten Dekade sollen Reaktoren dieses Typs die bestehenden Anlagen in Frankreich ersetzen.

Der Karl-Wirtz-Preis ist von der Kerntechnischen Gesellschaft e.V. gestiftet worden, um den Fortschritt von Wissenschaft und Technik auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung der Kernenergie zu fördern. Er wird alle drei Jahre verliehen an junge Wissenschaftler/innen oder Ingenieure für herausragende wissenschaftliche Leistungen auf dem Gebiet der Kerntechnik oder verwandter Disziplinen. Prof. Dr. Karl Wirtz (1910 – 1994) war einer der Pioniere der Kerntechnik in Deutschland. Er war Mitglied der Arbeitsgruppe von Prof. Heisenberg am damaligen Kaiser-Wilhelm-Institut in Berlin und später maßgeblich an der Gründung des Kernforschungszentrums Karlsruhe beteiligt.



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