Berlin,
09.06.2004
FRM II eröffnet neue Wege für Forschung und Technik
Die heutige offizielle Inbetriebnahme der neuen Forschungs-Neutronenquelle FRM II (Forschungsreaktor München II) ist ein Schlüsselereignis für Forschung und Technik in Deutschland. „Der FRM II ist die erste kerntechnische Anlage seit 16 Jahren, die in Deutschland – wenn auch politisch verzögert – in Betrieb genommen wird. Der von Siemens entwickelte Reaktor erfüllt höchste Sicherheitskriterien und ist ein weiterer Beleg dafür, wie das exzellente kerntechnische Know-how in Deutschland für Wissenschaft, Wirtschaft und Medizin nutzbar gemacht werden kann“, so Ralf Güldner, Vorsitzender der KTG.
Der FRM II gilt als leistungsfähigste Hochfluss-Neutronenquelle der Welt. Mit ihm werden einzigartige Möglichkeiten in vielen unterschiedlichen Anwendungsbereichen eröffnet, darunter Materialforschung, medizinische Diagnostik und Therapie sowie grundlagenorientierte Arbeiten in Physik, Chemie und Biophysik. Das große internationale Interesse seitens Forschung und Industrie an der Nutzung der Neutronenquelle spiegelt den weltweiten Bedarf am Einsatz innovativer nuklearer Technologien in diesen Bereichen wider.
Aus diesem Anlass fordert die KTG die Bundesregierung erneut auf, Forschung und Entwicklung der Kerntechnik in Deutschland zu fördern und sie nicht aus rein ideologischen Gründen zu behindern. „Weltweit einzigartige Forschungseinrichtungen wie der FRM II sind enorm wichtig zur Sicherung des Forschungs- und Wirtschaftsstandorts Deutschland. Sie leisten einen bedeutenden Beitrag, das Interesse junger Menschen an Ingenieurberufen und an Naturwissenschaften wie der Radiochemie wieder zu wecken“, so Güldner. Zusammen mit dem neuen Studiengang zum ‚European Master of Nuclear Engineering’ biete die Technische Universität München damit im internationalen Vergleich hervorragende Chancen für naturwissenschaftlich-technische Forschung und Ausbildung.
Tel.: 030 498555-10
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