Berlin,
17.12.2008
Vor 70 Jahren Entdeckung der Kernspaltung
Die Kerntechnische Gesellschaft warnt vor einem Kompetenzverlust Deutschlands
Den deutschen Wissenschaftlern Otto Hahn, Lise Meitner und Fritz Straßmann gelang im Dezember 1938 eine der größten wissenschaftlichen Entdeckungen des vergangenen Jahrhunderts: die Kernspaltung. Ihre friedliche Nutzung hat unverzichtbare Grundlagen für Gesundheit und Wohlstand geschaffen – von der lebensrettenden Nuklearmedizin bis zur klimafreundlichen Stromerzeugung.
Das Atomzeitalter begann vor 70 Jahren am damaligen Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie in Berlin. Der Auf- und Ausbau der kerntechnischen Anlagen in der Bundesrepublik brachte Deutschland auf den Gebieten der Nuklearforschung und -technologie an die Weltspitze und machte die Kerntechnik weltweit sicherer. Dieser Vorsprung ging aufgrund politischer Entscheidungen in den letzten Jahren verloren.
„Nach Jahren der stiefmütterlichen Behandlung muss wieder mehr Geld in die Kernforschung investiert werden. Forschungspolitische Einschränkungen darf es nicht mehr geben. Nur so lässt sich die international anerkannte Kompetenz erhalten und Einfluss auf die Ausgestaltung und die Sicherheitskonzepte zukünftiger Reaktorgenerationen nehmen“, betont Dr. Peter Fritz, Vorsitzender der Kerntechnischen Gesellschaft. Die neuen Reaktortypen werden bereits im Nachbarland Frankreich und Finnland verwirklicht. Unter vielen anderen Nationen planen Großbritannien, China und die USA einen massiven Ausbau ihrer klimaschonenden Stromversorgung mit Kernkraftwerken der neuesten Generation. Anlagen der Generation IV werden folgen. Wenn vielleicht nicht hierzulande, so doch in fast allen Industrienationen und in aufstrebenden Entwicklungsländern.
„Den internationalen Aufschwung der Kernkraft sollten wir wieder mit gestalten dürfen. Deutschland kann und muss wieder zurück zur kerntechnischen Forschungselite. Hierfür benötigen unsere universitäre Ausbildung und Forschung wieder mehr Fördermittel, damit Deutschland nicht gänzlich den Anschluss verliert“, mahnt Dr. Peter Fritz.
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