Exkursion der Sektion Ost in das mitteldeutsche Braunkohlegebiet

26.10.2017

B. Standfuß, Sektion Ost

Die diesjährige KTG-Exkursion der Sektion Ost führte uns in das mitteldeutsche Braunkohlegebiet zur MIBRAG südlich von Leipzig. Die erste Station war das Braunkohlekraftwerk Deuben mit der angeschossenen Brikettfabrik. Das Kraftwerk stammt aus den 1930er Jahren. Der erste Eindruck des Kraftwerkskomplexes überraschte uns mit der gelungenen Architektur der erhaltenen Industriegebäude in Ziegelbauweise. Nach dem Besuch des Leitstandes konnten wir im Kraftwerksgebäude in einen stillgelegten Braunkohle-Feuerungskessel einsteigen und erhielten anschaulich einen Einblick in die Funktionsweise und die technischen Herausforderungen des Kraftwerks. Beim anschließenden Rundgang durch den Generatorsaal erfuhren wir, dass ein Großteil der erzeugten Energie für die Großgeräte des angeschlossenen Tagebaus und für den Transport der Braunkohle mit Förderbändern und E-Loks benötigt wird. Leider konnte die geplante Besichtigung der Brikettfabrik wegen eines Stillstandes nicht stattfinden.

 

Im Tagebau Profen konnten wir uns von der Besucherplattform aus einen Überblick über die Ausmaße des Tagebaus verschaffen. Am Nachmittag fuhren wir dann zum Tagebau Schleenhain. Nach dem Besuch der Kaue und des Leitstandes des Tagebaues fuhren wir im Besucherbus im Tagebau direkt bis an die Schaufelradbagger, die Eimerkettenbagger und die kilometerlangen Bandanlagen. Es wurde erläutert, dass die Sanierung der Tagebauflächen nach der Verfüllung noch sechs Jahre vom Tagebauunternehmen durchgeführt wird. Mehrere Anpflanzungen und Fruchtfolgengarantieren, dass danach das Gelände wieder mit hoher Ackerzahl landwirtschaftlich ertragreich genutzt werden kann. In Gesprächen mit MIBRAG-Mitarbeitern wurde von diesen die technikfeindliche Einstellung von zunehmenden Teilen der Gesellschaft bedauert, die bei der Einstellung des Braunkohlentagebaus allein in Mitteldeutschland mehrere zehntausend Arbeitsplätze kosten würde.

 

Mit einem geselligen Abend und Diskussionen, beendeten wir den sehr informativen Tag.

 

Am nächsten Tag besuchten wir die Gesellschaft für Metallrecycling Leipzig (GMR) in der Produktionsstätte Espenhain. Während eines informativen Einführungsvortrages erhielten wir einen Einblick in die Tätigkeitsfelder der Firma. Der Ursprung der Firma stammt aus einem Auftrag zur schadlosen Vernichtung von Munition für Sturmgewehre der ehemaligen NVA; insbesondere die Alleinstellung in der BRD mit der Fähigkeit zur Rückhaltung des bei der Verbrennung von Knallquecksilber freigesetzten elementaren Quecksilbers führte zum Auftragseingang. Heute werden unter anderem quecksilberhaltige Schlämme und Rückstände mit natürlicher Radioaktivität behandelt. Diese Rückstände in Form von Schlämmen entstehen beispielsweise bei der Erdgasförderung. Die Schlämme werden thermisch behandelt und dabei Quecksilber gewonnen, das dann hochreinvermarktet wird. Die Rückstände mit natürlicher Radioaktivität werden immobilisiert und auf spezielle Deponien verbracht. Bei einem Rundgang durch die Produktionshallen wurden uns anschaulich die Technologien beim Metallrecycling erläutert. Mit vielen neuen Eindrücken, die auf uns in den zwei Tagen einwirkten, haben wir dann die Heimreiseangetreten. Besonderer Dank geht an die Mitarbeiter der beiden Firmen für die intensive und offene Betreuung während der Führungen.

 

B. Standfuß et al.

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